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Wie Glaubenssätze unser Verhalten beeinflussen | Gastbeitrag von Alisa (15)

Heute gibt es auf meinem Blog etwas Besonderes.

Vor einigen Wochen erhielt ich eine Anfrage einer Schülerin eines Ingolstädter Gymnasiums, die sich für ein Praktikum im Bereich Coaching und Psychologie interessiert.

Was mich sofort beeindruckt hat, war ihre Neugier, ihre Offenheit und ihr echtes Interesse an psychologischen Themen.

Im Rahmen unseres Austauschs habe ich ihr angeboten, einen Gastbeitrag für meinen Blog zu verfassen.

Der folgende Artikel stammt deshalb nicht von mir, sondern von Alisa (15 Jahre). Sie beschäftigt sich darin mit der Frage, wie Glaubenssätze unser Denken und Handeln beeinflussen.

Ich freue mich sehr, jungen Menschen eine Plattform für ihre Gedanken und Ideen geben zu können und wünsche viel Freude beim Lesen.


Wie Glaubenssätze unser Verhalten beeinflussen

Viele Menschen glauben, sie treffen ihre Entscheidungen bewusst.

Doch in Wirklichkeit laufen ein Großteil unserer Gedanken, Bewertungen und Handlungen automatisiert ab. Unser Gehirn arbeitet effizient – es greift auf gespeicherte Erfahrungen, Muster und innere Überzeugungen zurück.

Genau hier kommen Glaubenssätze ins Spiel.

Was sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind tief verankerte Überzeugungen über uns selbst, andere Menschen beziehungsweise die Welt. Sie wirken wie ein internes Steuerungssystem, oft unbewusst – aber mit spürbaren Auswirkungen auf unser Verhalten, unsere Entscheidungen und unseren Erfolg.

Die Auswirkungen lassen sich insbesondere im Business sehen.

Wer ein Unternehmen aufbauen, sichtbar werden oder Verantwortung übernehmen möchte, begegnet früher oder später nicht nur fachlichen Herausforderungen – sondern vor allem den eigenen inneren Mustern.

Glaubenssätze steuern Verhalten

Ein Glaubenssatz bleibt selten nur ein Gedanke.

Er beeinflusst Gefühle, Wahrnehmung und Handlung gleichzeitig.

Ein klassisches Beispiel:

„Ich bin nicht gut genug.“

Dieser Satz klingt erstmal harmlos. Doch das Gehirn sucht automatisch nach Bestätigung für das, was es bereits glaubt.

Die Folge ist, dass man sich beispielsweise weniger sichtbar zeigt, niedrige Preise setzt oder sogar selbst Chancen sabotiert – aus Angst vor Ablehnung.

Das Problem ist somit nicht mangelnde Kompetenz, sondern die innere Bewertung.

Warum gerade Selbstständige davon betroffen sind

Im Unternehmensaufbau gibt es kaum feste Strukturen. Aus diesem Grund werden innere Muster besonders sichtbar.

Angestellte können sich oft hinter Prozessen, Teams oder Vorgaben verstecken. Selbstständige hingegen müssen sichtbar werden, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen.

Und genau dort zeigen sich häufig Glaubenssätze wie:

  • „Ich darf keine Fehler machen.“
  • „Andere sind besser als ich.“
  • „Ich muss erst perfekt sein.“
  • „Geld verdienen ist schwierig.“
  • „Ich bin nicht der Typ für Erfolg.“

Das Gehirn liebt bekannte Muster

Eigentlich geht es unserem Gehirn nur darum, Energie zu sparen. Es bevorzugt deshalb bekannte Denk- und Verhaltensmuster, weil sie Sicherheit vermitteln und wenig neuen Aufwand bedeuten – selbst dann, wenn sie uns eigentlich schaden.

Das erklärt, warum Menschen oft in denselben Situationen feststecken:

  • immer wieder Selbstzweifel
  • wiederkehrende Konflikte
  • Aufschieberitis
  • ständiges Überarbeiten
  • Schwierigkeiten mit klaren Entscheidungen

Nicht weil sie „zu schwach“ sind, sondern weil das Gehirn gelernt hat, genau so zu funktionieren.

Diese Verhaltensmuster werden einfach wiederholt, weil sie schon lange genug trainiert wurden und somit Teil unserer Identität geworden sind.

Veränderung beginnt deshalb nicht mit Druck oder Disziplin, sondern mit Bewusstheit.

Ein konkretes Beispiel aus dem Alltag

Ein Kunde sagt ab.

Die eine Person denkt:

„Schade, aber das gehört dazu.“

Die andere denkt:

„Natürlich. Ich bin einfach nicht gut genug.“

In derselben Situation kommt es zu einer unterschiedlichen emotionalen Bewertung und somit zu unterschiedlichem Verhalten.

Der Glaubenssatz entscheidet darüber, welche Bedeutung wir einer Situation geben.

Aber: Glaubenssätze kann man verändern

Die gute Nachricht ist:

Glaubenssätze sind nicht automatisch die Wahrheit.

Viele entstehen durch Erfahrungen, Erziehung oder Aussagen über uns selbst, die wir immer wieder gehört haben.

Deshalb kann man sie auch verändern.

Der erste Schritt ist, die eigenen inneren Sätze überhaupt wahrzunehmen. Viele laufen so automatisiert ab, dass sie kaum auffallen.

Hilfreiche Fragen können dabei sein:

  • Was glaube ich über Erfolg?
  • Was denke ich über mich selbst?
  • Wie rede ich innerlich mit mir selbst?
  • Welche Situationen vermeide ich immer wieder?

Sobald man beginnt, diese Muster bewusst wahrzunehmen, unterbricht man den Autopiloten.

Nicht von heute auf morgen, aber Schritt für Schritt.

Denn am Ende entscheidet die Art, wie du über dich selbst denkst, dein Leben.


Weiterführende Inhalte

Wenn dich das Thema Glaubenssätze, Persönlichkeitsentwicklung und Selbstführung interessiert, findest du hier weitere Impulse: